Die Hardwarehersteller Hewlett Packard Enterprise (ISIN: US42824C1099) und Dell Technologies (ISIN: US24703L2025) gehören zu den großen Gewinnern des Börsenjahres 2026. Bis zum 13. Oktober hat sich die HPE-Aktie seit Jahresbeginn fast verdreifacht, Dell legte sogar um rund 355 Prozent zu. Auch der Speicherspezialist NetApp hat seinen Wert mehr als verdoppelt. Am 14. Oktober folgte nun ein Dämpfer. Die britische Bank Barclays stufte alle drei Titel von Overweight auf Equal Weight herab, also auf eine marktneutrale Gewichtung. Die Analysten bezweifeln, dass hinter den starken Umsätzen bereits ein echter Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz in den Unternehmen steht.
Speicherpreise als Umsatztreiber
Die Argumentation ist durchaus bemerkenswert. Barclays war zu Jahresbeginn selbst optimistisch für Dell, HPE und NetApp gestimmt. Die Sorge vieler Anleger, steigende Kosten für Arbeitsspeicher könnten die Margen auffressen, hielt das Haus damals für übertrieben. Diese Einschätzung hat sich bestätigt, denn die Hersteller konnten die höheren Kosten offenbar gut an ihre Kunden weitergeben.
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Gerade darin sehen die Analysten nun allerdings das Problem. Die kräftigen Erlöse im Geschäft mit Firmenkunden sind nach ihrer Ansicht eher eine Folge der hohen Speicherpreise. Einen breiten Einstieg der Unternehmen in eigene KI-Anwendungen erkennen sie bislang nicht. Ein solcher Wendepunkt wäre aber nötig, damit neue Produkte in großem Stil Absatz finden und das Wachstum dauerhaft tragen.
Kursziele für HPE und Dell gesenkt
Folgerichtig hat Barclays auch die Kursziele angepasst. Für HPE sank das Ziel um rund sieben Prozent, für Dell um knapp fünf Prozent. Bei NetApp blieb es unverändert. Im vorbörslichen US-Handel gaben alle drei Aktien am 14. Oktober nach, wobei HPE mit rund vier Prozent am deutlichsten verlor.
Mit der Herabstufung stellt Barclays vor allem die Bewertung infrage. Nach einer derart steilen Rally steckt bereits viel Zukunft in den Kursen. Wenn ein Teil des Umsatzwachstums aus Preiseffekten stammt, kann er sich ebenso schnell wieder abschwächen, sobald die Speicherpreise sinken. Das betrifft vor allem Erwartungen, die Anleger für die kommenden Jahre bereits eingepreist haben.
Was für die Aktien jetzt zählt
Für Anleger rückt damit die Qualität des Wachstums in den Mittelpunkt. Entscheidend wird sein, ob Dell und HPE in den kommenden Quartalen belegen können, dass Unternehmen tatsächlich in KI-Server und eigene Rechenkapazitäten investieren. Gelingt das, wäre die Vorsicht der Analysten womöglich verfrüht. Bleibt der Schub aus, dürfte der Markt genauer zwischen Preis- und Mengeneffekten unterscheiden. Bei großen Cloudkonzernen ist die Nachfrage nach KI-Hardware unübersehbar. In der Breite der Firmenkunden ist der Boom nach Lesart von Barclays dagegen noch nicht angekommen.