Börsenfrühstück: DHL hebt Gewinnziel, Norma kappt Dividende, dazu Rheinmetall und CoreWeave

Die neue Börsenwoche startet mit zwei Themen, die schon die Vorwoche prägten: kräftige Zahlen aus der deutschen Industrie und die Sorge um die teure Finanzierung des KI-Booms in den USA. Den stärksten Impuls liefert DHL Group (ISIN: DE0005552004), denn der Logistikkonzern hat nach dem dritten Quartal sein Gewinnziel für 2026 deutlich angehoben. Norma Group (ISIN: DE000A1H8BV3) legt heute ihre Strategie bis 2031 vor und stellt dabei die Dividende neu auf. Bei Rheinmetall (ISIN: DE0007030033) wirkt die Rally der Rüstungswerte vom Freitag nach. CoreWeave (ISIN: US21873S1087) steht dagegen für die wachsende Nervosität rund um schuldenfinanzierte KI-Rechenzentren.

DHL Group verdient im Expressgeschäft deutlich mehr

Der Konzern rechnet für 2026 nun mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von mehr als 7,0 Milliarden Euro. Bisher hatte das Management über 6,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch beim freien Cashflow ist DHL zuversichtlicher und erwartet mehr als 3,2 Milliarden Euro statt rund 3,0 Milliarden. Die Mitteilung kam am 16. Oktober nach Xetra-Schluss.

Im dritten Quartal kletterte das Konzern-EBIT um 16 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro, der Umsatz wuchs um mehr als 12 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Zugpferd war das Expressgeschäft, dessen Ergebnis von 692 Millionen auf 1,03 Milliarden Euro sprang. Im Onlinehandel-Bereich DHL eCommerce und im deutschen Brief- und Paketgeschäft sank das EBIT dagegen.

Die Zahlen sprechen dafür, dass der margenstarke Express wieder Tempo aufgenommen hat. Offen bleibt, wie stark der hohe Ölpreis die Kosten treibt. Mehr Details folgen mit dem vollständigen Quartalsbericht am 5. November, die Mittelfristziele will DHL im März überprüfen.

Norma Group setzt neue Ziele und kürzt die Ausschüttung

Der Spezialist für Verbindungstechnik peilt bis 2031 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 1 bis 3 Prozent pro Jahr an. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf über 10 Prozent steigen. Einsparungen und eine gestraffte Produktion in Europa, Nahost und Afrika sollen das jährliche Ergebnis bis 2031 um etwa 70 bis 90 Millionen Euro verbessern.

Für Dividendenjäger ist die Nachricht weniger erfreulich. Ab dem Geschäftsjahr 2027 will Norma nur noch mindestens 10 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses ausschütten, bislang lag die Zielquote bei rund 30 bis 35 Prozent. Das Management begründet den Schritt mit mehr Spielraum für Investitionen und mögliche Aktienrückkäufe.

Der Weg ist weit. Im dritten Quartal kam Norma nach vorläufigen Zahlen bei 207,8 Millionen Euro Umsatz auf eine bereinigte EBIT-Marge von 3,7 Prozent. Die Marge soll sich also fast verdreifachen, und Anleger dürften genau prüfen, wie belastbar dieser Fahrplan ist. Die Jahresprognose für 2026 hat das Unternehmen bestätigt.

Rheinmetall im Aufwind, CoreWeave unter Druck

Rheinmetall gehörte zum Wochenschluss zu den stärksten DAX-Werten, auch Hensoldt und Renk legten kräftig zu. Rückenwind gab die Erwartung von Morgan Stanley, dass der Bund bis Jahresende zahlreiche Rüstungsaufträge aus dem laufenden Haushalt vergibt. Seit dem Zwischentief Anfang Oktober hat die Aktie rund ein Fünftel aufgeholt.

In den USA setzte sich der Ausverkauf bei KI-Infrastruktur fort. CoreWeave vermietet Rechenleistung für KI-Anwendungen und verlor binnen einer Woche rund ein Viertel seines Börsenwerts. Das Unternehmen hat seinen Ausbau stark mit Schulden bezahlt, seine Anleihen rentieren inzwischen nahe 15 Prozent. Dem steht ein Auftragsbestand von gut 104 Milliarden Dollar gegenüber, doch die Frage nach der Tragfähigkeit der Schulden bleibt.

Für den heutigen Handel deuten Indikationen auf einen leicht schwächeren DAX-Start nach dem Wochenplus. Belastend wirken die Unruhen in Frankreich vor der Haushaltsabstimmung am 20. Oktober und ein Ölpreis der Sorte Brent nahe 108 Dollar. Die US-Futures erholen sich dagegen, und Chinas Wirtschaft wuchs im dritten Quartal mit 4,5 Prozent etwas stärker als erwartet. Im Wochenverlauf rücken die Zahlen von Netflix, SAP, Tesla und Meta in den Fokus.

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