Tesla greift nach der Chipfabrik: Wie viel Ehrgeiz verträgt die Aktie?

Elon Musk denkt selten klein, und bei Halbleitern schon gar nicht. Jetzt hat der Chef von Tesla (ISIN: US88160R1014) klargestellt, wem das geplante Chipwerk Terafab in Texas gehören soll. Die Börse feierte das gegen einen schwachen Markttrend.

Rückenwind von SpaceX und der Wall Street

Der Kurssprung hatte allerdings mehrere Väter. So zog auch SpaceX an, nachdem der Raumfahrtkonzern Funkfrequenzen für sein Mobilfunkgeschäft gekauft hatte. Mit dem Autobauer hat das zwar wenig zu tun. Trotzdem laufen beide Aktien oft im Gleichschritt, denn viele Anleger rechnen damit, dass Musk die Firmen eines Tages zusammenführt. Hinzu kam Zuspruch aus der Analystenzunft. Ein US-Researchhaus bestätigte vor den Quartalszahlen sein Kaufvotum samt Kursziel von 550 Dollar. Die Begründung setzt auf die KI-Fantasie mit Robotaxis, Robotern und dem Fahrassistenten FSD, für den Kunden 99 Dollar im Monat zahlen.

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Tesla und SpaceX wollen Herr im eigenen Haus bleiben

Damit sind wir beim Kern der Sache. Musk sieht Chips als größten Engpass für das Wachstum der KI. Deshalb sollen Tesla und SpaceX ihre eigene Fertigung hochziehen. Die Pläne sind gewaltig. Am Ende soll Terafab rund 100 Millionen Quadratfuß umfassen, also gut neun Millionen Quadratmeter. Dort sollen Chips gefertigt, verpackt, montiert und getestet werden. Das Werk wäre damit zehnmal so groß wie die Gigafactory in Austin und dreißigmal so groß wie die heutige Fabrik von TSMC in Arizona. Die Kosten liegen bei über 100 Milliarden Dollar. Allein die erste Phase soll 10 bis 20 Milliarden Dollar kosten, die sich beide Konzerne teilen. Intel und TSMC helfen zwar beim Aufbau. Musk stellte auf X jedoch klar, dass Tesla und SpaceX das Werk besitzen und betreiben. Partner dürfen sich dort lediglich Flächen mieten.

Hier darf man durchaus kritisch nachfragen. Chipfabriken zählen zu den schwierigsten Projekten der Industrie. Wer als Autobauer zugleich Halbleiterhersteller werden will, braucht viel Kapital und noch mehr Geduld.

Am 21. Oktober zählen erst einmal die Zahlen

Neues zu Terafab dürfte es mit den Quartalszahlen am 21. Oktober geben. Das laufende Geschäft liefert dabei wenig Glanz. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 45 Cent bei 28,3 Milliarden Dollar Umsatz. Vor einem Jahr waren es 50 Cent bei 28,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz tritt also auf der Stelle, während der Gewinn schrumpft. Zudem lag die Aktie bislang seit Jahresbeginn rund 17 Prozent im Minus.

Unterm Strich kaufen Anleger bei Tesla vor allem Musks Vision von KI, Robotern und eigenen Chips. Das kann aufgehen, denn an Fantasie mangelt es nicht. Allerdings nimmt der Kurs schon heute viel Zukunft vorweg. Terafab macht die Wette größer und zugleich deutlich teurer.

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