Palantir: Macht billige KI den Datenspezialisten noch stärker?

Sinkende Preise für Künstliche Intelligenz klingen zunächst nach Druck für die ganze Branche. Das US-Analysehaus Baird zieht daraus allerdings einen optimistischen Schluss für Palantir (ISIN: US69608A1088). Die Experten haben ihr Kursziel für die Aktie um ein Viertel angehoben. Ihre These: Je billiger die Modelle werden, desto mehr Firmen setzen KI im Alltag ein. Und genau davon soll Palantir profitieren.

Offene Modelle als Wachstumstreiber

Palantir verdient sein Geld mit der Software zwischen Modell und Anwender. Sie bindet KI von unterschiedlichen Entwicklern in die Abläufe von Konzernen und Behörden ein. Wer Palantir nutzt, hängt also an keinem einzelnen Anbieter. Zuletzt gewinnen sogenannte offene Modelle an Bedeutung. Ihre Bausteine sind frei verfügbar, deshalb lassen sie sich günstig auf eigenen Rechnern betreiben. Baird sieht darin den Beginn einer neuen Phase der KI-Nutzung, bei der Palantir ganz vorne mitspielt. Als Beleg dient der Rüstungskonzern L3Harris. Dort sanken die Kosten für die KI-Verarbeitung mit Hilfe von Palantir um 95 Prozent.

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Wall Street wird für Palantir immer freundlicher

Baird steht mit seinem Optimismus keineswegs allein. Bereits in der Vorwoche hatte Goldman Sachs die Aktie auf Kaufen hochgestuft. Auch dort steht das Thema Kontrolle im Mittelpunkt, denn Regierungen und Konzerne wollen ihre KI-Systeme stärker selbst in der Hand behalten. Passend dazu meldete Palantir am Montag ein neues Projekt. Zusammen mit dem US-Technologiekonzern Ondas entsteht die Firma Regna AI. Sie soll Kunden helfen, KI unabhängig von externen Anbietern zu betreiben. Zunächst gehört Regna AI komplett Ondas, während Palantir Infrastruktur und Ingenieurwissen liefert. Ondas wird zudem der erste Kunde. Das Stichwort digitale Souveränität ist übrigens auch in Europa längst in der Politik angekommen. Damit wächst der mögliche Markt für Palantir weiter.

Wie viel Zukunft steckt schon im Preis?

Die Börse hat einen Teil dieser Fantasie bereits eingepreist. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie klar im Plus, und allein im Oktober ging es kräftig aufwärts. Auf Basis der für 2030 geschätzten Gewinne wirkt die Bewertung vergleichsweise moderat. Das ist allerdings ein weiter Blick nach vorn. Bis dahin muss Palantir hohe Wachstumsraten Jahr für Jahr bestätigen. Außerdem bleibt die Frage, ob billigere KI auf Dauer auch die Preise für Palantirs Software drückt. Denn wo Technik günstiger wird, drängen meist auch neue Wettbewerber in den Markt.

Unterm Strich spricht viel für die These von Baird. Palantir sitzt an einer Schnittstelle, die mit jeder neuen KI-Generation wichtiger wird. Anleger brauchen trotzdem starke Nerven, da bei dieser Bewertung schon kleine Enttäuschungen deutliche Rücksetzer auslösen können.

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