Ryan Cohen lässt seinen Worten Taten folgen, und das inzwischen in auffallender Regelmäßigkeit. Der Vorstandschef von GameStop (ISIN: US36467W1099) hat am 13. Oktober 2026 rund 844.000 weitere Aktien des Videospielhändlers gekauft. Es war bereits sein fünfter Zukauf seit dem 10. September 2026. Damit hält Cohen inzwischen mehr als 42 Millionen Anteilsscheine, was etwa einem Zehntel der frei handelbaren Aktien entspricht. Die Börse reagierte prompt und mit spürbarer Begeisterung: Am 14. Oktober zog der Kurs vorbörslich weiter an und steuerte damit auf den höchsten Schlusskurs seit Juni 2025 zu.
Was der Insiderkauf bei GameStop signalisiert
Kauft ein Firmenchef mit privatem Geld Aktien des eigenen Unternehmens, werten Anleger das meist als Vertrauensbeweis. Niemand kennt die Lage im Konzern besser als die Führungsspitze. Wer trotzdem zugreift, hält die Aktie offenbar für unterbewertet. Verkäufe von Insidern können viele Gründe haben, etwa Steuerzahlungen oder einen Hauskauf. Für Käufe gibt es dagegen im Kern nur einen.
Werbung
Diese Aktie direkt über Smartbroker+ handeln
Cohen hat seine Haltung dazu schon früher in diesem Jahr klar gemacht. Er hält es für unverzichtbar, dass Chefs börsennotierter Unternehmen selbst Aktien erwerben, damit ihre Interessen mit denen der übrigen Aktionäre übereinstimmen. Mit seinen Käufen setzt er diesen Anspruch konsequent um. Seine Beteiligung sorgt zudem dafür, dass er jede Kursbewegung im eigenen Depot spürt.
Die Meme-Vergangenheit fährt immer mit
Ein Blick auf den Kursverlauf zeigt allerdings, wie launisch dieser Titel ist. Im Spätsommer war die Aktie kräftig abgerutscht. Seitdem hat sie sich in wenigen Wochen um rund die Hälfte erholt. Ein solcher Sprung lässt sich mit den Käufen des Chefs allein kaum erklären.
GameStop gilt als die Mutter aller Meme-Aktien. Anfang 2021 trieben Kleinanleger, die sich in Onlineforen verabredeten, den Kurs in schwindelerregende Höhen und brachten mehrere Hedgefonds in Bedrängnis, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Gewinne oder Bewertungskennzahlen spielten dabei kaum eine Rolle. Deshalb kann die aktuelle Erholung ebenso ein Zeichen dafür sein, dass die Risikofreude am Markt gerade wieder deutlich zunimmt.
Was GameStop jetzt beweisen muss
Für eine dauerhafte Neubewertung braucht es mehr als das Vertrauen des Chefs. Entscheidend wird sein, ob der Händler sein Geschäft mit Spielen, Konsolen und Sammelartikeln nachhaltig profitabel aufstellen kann. Der Verkauf physischer Spiele steht seit Jahren unter Druck, weil immer mehr Kunden ihre Titel direkt herunterladen. Genau hier muss das Management zeigen, dass es tragfähige Antworten hat.
Cohens Engagement verschafft der Aktie zunächst Rückenwind und dem Management ein Stück Glaubwürdigkeit. Ob daraus ein stabiler Aufwärtstrend wird, hängt jedoch an den nächsten Geschäftszahlen. Bis dahin müssen Aktionäre bei diesem Titel weiterhin mit kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen rechnen.