D-Wave Quantum: Wie viel Nähe zum Rivalen IonQ verträgt das Geschäft?

Quantenchips entstehen in hochspezialisierten Fabriken, und wer dort einen eingespielten Partner hat, gibt ihn ungern her. D-Wave Quantum (ISIN: US26740W1099) hat deshalb die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Fertiger SkyWater Technology verlängert. Der neue Vertrag läuft über mehrere Jahre. Pikant daran: SkyWater gehört inzwischen zu IonQ, einem direkten Konkurrenten im Quantensektor.

Zehn Jahre gemeinsame Werkbank

Die Partnerschaft hat eine lange Geschichte. Seit rund einem Jahrzehnt ist SkyWater an der Herstellung der supraleitenden Technik von D-Wave beteiligt. Das Team im Werk in Minnesota kennt die speziellen Anforderungen daher genau. Diese Erfahrung will D-Wave nun sichern. Der Vertrag soll für Kontinuität sorgen und den Zugang zu besonderem Prozesswissen garantieren. Spannend ist zudem ein gemeinsames Projekt aus diesem Jahr. Dabei nutzte SkyWater die Technik von D-Wave, um die Wartung in der eigenen Fabrik besser zu planen. Die Verzögerungen bei Fertigungschargen sanken dadurch um bis zu 30 Prozent. D-Wave setzt auf das sogenannte Quanten-Annealing. Diese Rechner sind auf Optimierungsaufgaben spezialisiert, und das Projekt liefert dafür ein handfestes Praxisbeispiel.

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Was die Kooperation für D-Wave Quantum bedeutet

Für D-Wave ist der Vertrag zunächst eine gute Nachricht. Ein Wechsel des Fertigers wäre teuer und würde viel Zeit kosten, denn Prozesswissen lässt sich kaum von heute auf morgen übertragen. Außerdem arbeitet das Unternehmen an neuen Generationen seiner Systeme. Mit der Anfang des Jahres vereinbarten Übernahme von Quantum Circuits setzt D-Wave neben dem Annealing auch auf das sogenannte Gate-Modell. Dafür braucht es einen verlässlichen Produktionspartner. Allerdings stellt sich die Frage nach der Abhängigkeit. Über SkyWater sitzt IonQ nah an der Fertigung eines Wettbewerbers. Wie streng die Vertraulichkeit geregelt ist, geht aus den bisherigen Informationen nicht hervor.

Fortschritt ohne Kursfeuerwerk

Die Börse nahm die Meldung gelassen auf, denn die Aktie bewegte sich vorbörslich kaum. Das passt ins Bild. Quantenwerte bleiben stark von Zukunftsfantasie getrieben, während die Bewertungen gemessen am Umsatz sehr hoch sind. Dennoch zeigt der Vertrag, dass D-Wave seine Lieferkette ernst nimmt. Für IonQ wiederum ist er ein Beleg, dass sich die eigene Fabrik auch mit Aufträgen von Rivalen auslasten lässt. Anleger sollten bei D-Wave trotzdem weiter mit kräftigen Schwankungen rechnen. Wer hier einsteigt, braucht einen langen Atem.

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