Börsenfrühstück: Porsche bestätigt Ausblick, Novartis hebt Gewinnziel, Cancom kappt Prognose, Meta, Celestica

Die Berichtssaison nimmt am Dienstag, 27. Oktober 2026, richtig Fahrt auf, und die Vorgaben sind freundlicher als in der Vorwoche. Die Wall Street hat den Montag im Plus beendet, angeführt von Chipwerten. Den Anstoß gab der öffentlich eingereichte Börsenprospekt des KI-Entwicklers Anthropic, der Anlegern erstmals einen detaillierten Blick in die Bücher einer der großen KI-Firmen erlaubt. In Asien ging es uneinheitlich zu, Japans Leitindex Nikkei legte zu, Hongkong gab nach. Belastend bleibt der Ölpreis, die Nordseesorte Brent kostet weiterhin deutlich über 100 Dollar je Barrel. Zudem stehen mit der US-Notenbank am Mittwoch und der EZB am Donnerstag zwei Zinsentscheide an. Für Gesprächsstoff sorgen vor allem Porsche, Novartis und zwei deutsche Nebenwerte, die am Montagabend Zahlen vorgelegt haben.

Porsche hält Kurs, Novartis legt beim Gewinnziel nach

Die Porsche AG (ISIN: DE000PAG9113) hat für die ersten neun Monate einen Umsatz von 25,28 Milliarden Euro gemeldet, knapp sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Das operative Ergebnis sprang dagegen auf 1,74 Milliarden Euro, nach nur 40 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Sprung wirkt größer, als er ist. Im Vorjahr hatten Kosten für die Neuausrichtung von rund 2,7 Milliarden Euro das Ergebnis fast vollständig aufgezehrt, in diesem Jahr waren es etwa 500 Millionen Euro. Beim Mittelzufluss half zudem der Verkauf der Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group.

Den Ausblick für 2026 bestätigt Porsche, also einen Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro und eine operative Rendite von 5,5 bis 7,5 Prozent. Das schafft Planungssicherheit. Die eigentliche Baustelle bleibt aber der Absatz, der in neun Monaten um 16 Prozent auf rund 178.500 Fahrzeuge schrumpfte. Auch US-Zölle kosteten im dritten Quartal laut Unternehmen rund 200 Millionen Euro an Mittelzufluss. Solange die Stückzahlen nicht drehen, bleibt die Erholung vor allem eine Kostengeschichte.

Bei Novartis (ISIN: CH0012005267) läuft es runder. Der Pharmakonzern steigerte den Umsatz im dritten Quartal um vier Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar, das bereinigte operative Ergebnis wuchs um elf Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet Novartis beim bereinigten operativen Ergebnis nun eine stabile Entwicklung bis ein leichtes Plus, bisher war ein leichter Rückgang angepeilt. Treiber sind das Brustkrebsmittel Kisqali mit einem Plus von 37 Prozent und das Cholesterinmittel Leqvio. Das Herzmittel Entresto verliert dagegen durch Generika deutlich. Der Nettogewinn brach wegen einer Abschreibung von 1,9 Milliarden Dollar auf ein Entwicklungsprojekt um 70 Prozent ein, was den Blick auf das solide Tagesgeschäft aber kaum trübt.

Meta sammelt Milliarden, Celestica liefert die Hardware

Meta Platforms (ISIN: US30303M1027) hat am 26. Oktober eine Kapitalerhöhung über rund 35 Milliarden Dollar gestartet, aufgeteilt in Stammaktien und Wandel-Vorzugsaktien. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen über ein laufendes Verkaufsprogramm bis zu 60 Milliarden Dollar folgen. Ein Konzern, der jahrelang eigene Aktien zurückgekauft hat, verwässert damit nun seine Aktionäre, um den KI-Ausbau zu finanzieren. Die Aktie gab am Montag leicht nach. Wann sich diese Ausgaben in Gewinnen zeigen, bleibt die große offene Frage für die Aktionäre.

Wer an diesem Ausbau verdient, zeigt Celestica (ISIN: CA15101Q2071). Der Elektronikfertiger steigerte den Quartalsumsatz um 83 Prozent auf 5,83 Milliarden Dollar und hob die Jahresprognose auf 21 Milliarden Dollar an. Für 2027 stellt das Management sogar 40 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Aktie zog nachbörslich zweistellig an. Allerdings senkte Celestica die Erwartung für den freien Mittelzufluss, weil das Wachstum viel Kapital bindet. Zudem hängt das Geschäft stark an den Investitionsbudgets weniger Großkunden.

Cancom und Hypoport senden gemischte Signale

Aus der zweiten Reihe kommen unterschiedliche Töne. Cancom (ISIN: DE0005419105) senkt die Umsatzprognose für 2026 auf 1,65 bis 1,75 Milliarden Euro, zuvor waren 1,75 bis 1,85 Milliarden Euro geplant. Im dritten Quartal sank der Umsatz auf rund 412 Millionen Euro, das EBITDA fiel auf 24,1 Millionen Euro. Der IT-Dienstleister nennt anhaltende Kaufzurückhaltung und verschobene Projekte als Gründe. Die Ergebnisziele bestätigt Cancom zwar, ob sie nach dem schwächeren Quartal erreichbar sind, wird aber erst das Schlussquartal zeigen.

Erfreulicher fällt die Bilanz bei Hypoport (ISIN: DE0005493365) aus. Der Betreiber der Kreditplattform Europace steigerte das operative Ergebnis im dritten Quartal laut vorläufigen Zahlen um gut 40 Prozent auf 10,8 Millionen Euro, der Rohertrag wuchs auf 70 Millionen Euro. Getragen wurde das Plus vom Immobilienfinanzierungsgeschäft. Im Tagesverlauf lohnt zudem der Blick auf Beiersdorf, deren Quartalszahlen zeigen sollen, ob die Wende bei Nivea vorankommt. Am Nachmittag folgen in den USA Boeing, UPS, Coca-Cola und PayPal, nach Börsenschluss Visa.

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