Börsenfrühstück: BASF hebt Prognose, SK hynix mit Rekord, Deutsche Bank, Mercedes, Delivery Hero, Suss

Der Mittwoch, 28. Oktober 2026, hat zwei Gesichter. Tagsüber prasseln in Frankfurt die Quartalsberichte herein, am Abend richtet sich der Blick auf die US-Notenbank. Um 19 Uhr deutscher Zeit verkündet die Fed ihren Zinsentscheid, eine halbe Stunde später spricht Notenbankchef Kevin Warsh. Erwartet wird, dass der Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent bleibt. Nach dem Plus von 0,7 Prozent am Dienstag zeichnet sich für den DAX ein leicht schwächerer Start ab. Die Vorgaben sind gemischt: In New York legte die technologielastige Nasdaq am Dienstag um gut ein Prozent zu, der Dow Jones trat auf der Stelle. In Asien fiel das Bild uneinheitlich aus, wobei die Börse in Seoul dank eines Chipkonzerns kräftig anzog.

SK hynix und BASF liefern Rückenwind

Dieser Chipkonzern ist SK hynix (ISIN: KR7000660001), und seine Zahlen haben eine Größenordnung, an die man sich erst gewöhnen muss. Der Speicherspezialist setzte im dritten Quartal 104,6 Billionen Won um, mehr als das Vierfache des Vorjahres. Der operative Gewinn stieg auf 83,3 Billionen Won, umgerechnet rund 63 Milliarden Dollar. Die operative Marge liegt damit bei rund 80 Prozent. Treiber sind die gefragten HBM-Speicher, die in KI-Rechenzentren neben den Grafikprozessoren sitzen. Zudem will der Konzern in diesem Jahr 100 Billionen Won an die Aktionäre ausschütten, über Dividenden und Aktienrückkäufe. Die Aktie, die seit September deutlich nachgegeben hatte, legte in Seoul zweistellig zu.

Hierzulande sorgt BASF (ISIN: DE000BASF111) für eine positive Überraschung. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen kletterte im dritten Quartal auf 1,64 Milliarden Euro nach 1,43 Milliarden im Vorjahr und übertraf damit die Schätzungen. Der Umsatz wuchs um gut 14 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro, weil Preise und Mengen zulegten. Für 2026 peilt der Konzern nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an, bisher waren es 6,9 bis 7,7 Milliarden. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn wegen Umbaukosten allerdings auf 155 Millionen Euro. Spannend bleibt das Thema Evonik, für das BASF Berichten zufolge sein Angebot auf 24 Euro je Aktie erhöht haben soll.

Deutsche Bank und Delivery Hero setzen Bestmarken

Die Deutsche Bank (ISIN: DE0005140008) hat das dritte Rekordquartal in Folge abgeliefert. Nach Steuern verdiente das Institut 1,9 Milliarden Euro, vor Steuern waren es 2,6 Milliarden und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erträge stiegen um 4 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro, während die Kosten stabil blieben. Die Eigenkapitalrendite lag bei 10,6 Prozent. Vorstandschef Christian Sewing zeigt sich zuversichtlich, das Ziel von mehr als 13 Prozent für 2028 zu übertreffen. Ein Wermutstropfen ist die Risikovorsorge, die vor allem wegen Gewerbeimmobilien auf gut 500 Millionen Euro stieg.

Delivery Hero (ISIN: DE000A2E4K43) hat erstmals mehr als eine Milliarde Bestellungen in einem Quartal abgewickelt. Das Handelsvolumen wuchs bereinigt um 13,6 Prozent auf knapp 14 Milliarden Euro, der Umsatz um 22 Prozent. Der Essenslieferdienst hebt deshalb seine Jahresziele an und erwartet nun ein bereinigtes EBITDA von 980 Millionen bis 1,02 Milliarden Euro. Für Aktionäre ist allerdings vor allem das Übernahmeangebot von Uber über 41,50 Euro je Aktie maßgeblich. Die Annahmefrist läuft bis zum 5. November, der Vollzug wird wegen ausstehender Genehmigungen erst im zweiten Halbjahr 2027 erwartet.

Mercedes und Suss Microtec müssen zurückrudern

Weniger erfreulich ist das Bild bei Mercedes-Benz (ISIN: DE0007100000). Der Autobauer hatte seine Prognose bereits am 27. Oktober gesenkt und legt nun die Details vor. Der Umsatz fiel im dritten Quartal um 4,5 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis sank um 15 Prozent. Die Pkw-Sparte kam nur noch auf eine bereinigte Umsatzrendite von 2,5 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Management jetzt ein Konzern-EBIT auf Vorjahresniveau, die Pkw-Marge soll bei 2 bis 3 Prozent liegen. Als Grund nennt der Konzern den immer schwierigeren chinesischen Markt. Die Frage, wie schnell Mercedes dort gegensteuern kann, dürfte die Aktie noch eine Weile begleiten.

Auch Suss Microtec (ISIN: DE000A1K0235) musste am 27. Oktober die Ziele kappen. Der Halbleiterausrüster rechnet für 2026 nur noch mit 405 bis 425 Millionen Euro Umsatz und einer operativen Marge von 5 bis 7 Prozent. Knappe Bauteile verschieben einen Teil der Erlöse ins Jahr 2027. Gleichzeitig bündelt Suss die Fertigung an zwei Standorten, was einmalig rund 6,2 Millionen Euro kostet. Weil sich ein Teil des Umsatzes nur ins Folgejahr verschiebt, relativiert sich die Warnung etwas.

Im weiteren Tagesverlauf folgt um 17:45 Uhr Airbus mit Quartalszahlen. Nach dem Fed-Entscheid am Abend legen Microsoft und Alphabet nach Börsenschluss in New York ihre Zahlen vor. Beide dürften zeigen, ob die hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz weiter so üppig fließen, wie es die Rekorde von SK hynix nahelegen.

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