Börsenfrühstück: Meta schafft neue Aktiengattung, Nokia wächst mit KI, dazu Tesla, Roche, Sartorius, Vossloh

Der Donnerstag beginnt mit einem Widerspruch. An der Wall Street kletterte der Nasdaq 100 am Vorabend um gut ein Prozent, weil die Hoffnung auf eine robuste Nachfrage rund um künstliche Intelligenz neue Nahrung bekam. In Asien wollte diese Zuversicht niemand teilen, der Hang Seng verlor fast drei Prozent, der Nikkei knapp zwei Prozent. Für den DAX signalisierten Broker vor dem Xetra-Start ein leichtes Minus, nachdem der Index am Mittwoch zwar ein Vierwochenhoch erreicht hatte, aber erneut unter seiner 50-Tage-Linie geschlossen hatte. Für Gesprächsstoff ist trotzdem reichlich gesorgt. Meta und Tesla haben nach US-Börsenschluss ihre Zahlen vorgelegt, und in Europa präsentieren Nokia, Roche, Sartorius und Vossloh ihre Bilanzen zum dritten Quartal.

Meta und Tesla liefern, die KI-Rechnung bleibt offen

Meta Platforms (ISIN: US30303M1027) hat im dritten Quartal 64,6 Milliarden Dollar umgesetzt. Das entspricht einem Plus von 26 Prozent und lag über den Erwartungen der Analysten. Der Gewinn je Aktie von 3,83 Dollar wurde allerdings durch eine Rechtsbelastung von knapp 9,9 Milliarden Dollar aus einem Vergleich mit 52 US-Bundesstaaten gedrückt. Ohne diesen Sondereffekt hätte er bei 7,40 Dollar gelegen. Für das Schlussquartal stellt der Konzern 73 bis 76 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Die Investitionen für 2026 sollen nun zwischen 135 und 145 Milliarden Dollar liegen. Für Aufsehen sorgt eine neue, stimmrechtslose Aktiengattung. Ab Januar 2027 erhalten Aktionäre für jede Aktie eine zusätzliche Class-C-Aktie als einmalige Sonderdividende, was wirtschaftlich einem Aktiensplit im Verhältnis 2:1 gleicht. An der Kontrolle von Mark Zuckerberg ändert das nichts, der Konzern dürfte aber zusätzlichen Spielraum für die Finanzierung seiner KI-Pläne gewinnen. Nachbörslich legte die Aktie zu.

Tesla (ISIN: US88160R1014) zeigt ein gemischtes Bild. Der Umsatz stagnierte bei 28,05 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,48 Dollar leicht über den Erwartungen. Unter dem Strich sank der Nettogewinn jedoch um 43 Prozent auf 787 Millionen Dollar, die operative Marge schrumpfte auf 2,6 Prozent. Erfreulich ist die Bruttomarge, die sich von 18,0 auf 19,6 Prozent verbesserte. Der freie Mittelzufluss schrumpfte dagegen von knapp 4,0 auf gut 1,5 Milliarden Dollar. Tesla verweist auf Engpässe bei Batterien und auf den größten Auftragsbestand bei Pkw seit vier Jahren. Die Aktie reagierte nachbörslich mit leichten Gewinnen.

Nokia und Roche überzeugen beim Wachstum

Nokia (ISIN: FI0009000681) erntet die Früchte seines Umbaus. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um zehn Prozent auf 5,15 Milliarden Euro, das vergleichbare operative Ergebnis sogar um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro. Treiber sind Kunden aus dem Umfeld von KI und Cloud, deren Umsätze sich mehr als verdoppelten. Die Sparte Netzinfrastruktur mit optischen Netzen und IP-Routern wuchs um 17 Prozent. Für 2027 erwartet Konzernchef Justin Hotard bei optischen und IP-Netzen ein Plus von 25 bis 30 Prozent. Den Jahresausblick für das operative Ergebnis bestätigte Nokia. Gesenkt wurde aber die erwartete Quote, mit der Gewinn in freien Cashflow umgewandelt wird, und die Umbaukosten veranschlagt der Konzern nun mit 1,1 Milliarden Euro. Das Wachstum kostet also vorerst Geld.

Roche (ISIN: CH1499059983) präsentiert sich als verlässlicher Gegenpol zur Tech-Nervosität. In den ersten neun Monaten stiegen die Verkäufe zu konstanten Wechselkursen um sechs Prozent auf 46,5 Milliarden Franken. Im dritten Quartal beschleunigte sich das Wachstum auf sieben Prozent. Die Pharmasparte legte um sieben Prozent zu, die Diagnostik um vier Prozent. Der Ausblick bleibt bestehen, inklusive des Ziels, die Dividende erneut zu erhöhen.

Sartorius und Vossloh mit Fußnoten zur Prognose

Bei Sartorius (ISIN: DE0007165631) wuchs der Umsatz nach neun Monaten um knapp fünf Prozent auf 2,74 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge kletterte auf 30,2 Prozent. Beim Wachstum rechnet das Unternehmen wegen Belastungen durch US-Zölle von bis zu 40 Millionen Euro inzwischen mit der unteren Hälfte der Zielspanne von fünf bis neun Prozent. Der kräftig gestiegene freie Cashflow und die sinkende Verschuldungsquote dürften diese Einschränkung für viele Anleger abfedern.

Vossloh (ISIN: DE0007667107) meldet einen um 28 Prozent höheren Auftragsbestand von knapp 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um fast 20 Prozent, allerdings nur dank der Übernahme von Sateba, ohne sie lag er etwa vier Prozent unter Vorjahr. Das operative Ergebnis sank auf 56,6 Millionen Euro, der freie Cashflow war deutlich negativ. Die im Juli angepassten Ziele bestätigt der Bahntechnikspezialist, beim operativen Ergebnis aber eher am unteren Ende. Damit ruht viel Hoffnung auf dem vierten Quartal, für das Vossloh eine starke Entwicklung erwartet. 

Im weiteren Tagesverlauf folgen in den USA weitere Quartalszahlen aus Rüstung, Industrie und Konsumgütern, dazu um 16 Uhr das Verbrauchervertrauen der Eurozone.

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