Börsenfrühstück: BMW kappt Margenziel, AMD glänzt, Novo, Conti und Fresenius heben Prognosen, dazu Vonovia

Der Mittwoch beginnt mit einem politischen Paukenschlag aus Washington. Nach den bis zum Morgen vorliegenden Ergebnissen der Zwischenwahlen haben die Demokraten die Mehrheit im Senat errungen und steuern auch im Repräsentantenhaus auf eine Mehrheit zu. Für Präsident Trump wird das Regieren damit deutlich mühsamer. Die Märkte reagieren nervös. In Tokio verlor der Nikkei fast drei Prozent, in Taiwan ging es um gut zwei Prozent abwärts, und vor allem Technologiewerte standen unter Druck. Auch die US-Futures notierten im Minus, der Dollar gab nach. Die europäischen Indizes dürften leichter starten. Dabei hätte der Tag genug eigenen Stoff: Eine ganze Reihe deutscher und europäischer Schwergewichte hat vor Handelsbeginn ihre Bücher geöffnet, und das Bild ist bemerkenswert uneinheitlich.

BMW senkt das Margenziel zum dritten Mal

Den Anfang macht ein Warnschuss. BMW (ISIN: DE0005190003) hat bereits am Abend des 3. November die Jahresziele gekappt. Die operative Marge im Autogeschäft soll 2026 nur noch zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent liegen, zuvor waren 1 bis 3 Prozent angepeilt. Im Kerngeschäft ist damit sogar ein Verlust möglich. Als Grund nennt der Konzern sein Abfindungsprogramm. Es war so gefragt, dass BMW es nach weniger als drei Wochen schließen musste, die Kosten fallen nun früher an. Bis Ende 2027 sollen in Deutschland bis zu 8.000 Stellen wegfallen. Das dritte Quartal zeigt zudem die Schwäche im Tagesgeschäft: Der Umsatz sank um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn um fast 15 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. In China brach der Absatz um rund ein Viertel ein.

Ein Teil der Belastung ist hausgemacht und dient dem Umbau, das spricht für BMW. Das Ziel beim freien Mittelzufluss von mehr als 2,5 Milliarden Euro steht weiterhin. Trotzdem ist es die dritte Gewinnwarnung binnen 13 Monaten. Anleger dürften wissen wollen, wie schnell sich das China-Geschäft fängt.

Wie es auch gehen kann, zeigt Continental (ISIN: DE0005439004). Der Reifenhersteller steigerte das bereinigte operative Ergebnis im dritten Quartal um 6,7 Prozent auf 514 Millionen Euro, die Marge kletterte auf 14,9 Prozent. Für 2026 erwartet Conti nun eine Marge von 13,4 bis 14,0 Prozent und einen freien Mittelzufluss von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro. Beides liegt über den bisherigen Spannen. Der Umsatz fiel wegen eines Verkaufs zwar deutlich, organisch aber nur um 1,5 Prozent. Für die zum Verkauf stehende Sparte ContiTech wurde der Ausblick dagegen gesenkt.

AMD liefert die Zahlen, die der Chipsektor braucht

In den USA hat AMD (ISIN: US0079031078) nach Börsenschluss am 3. November geliefert. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 45 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft hat sich mit einem Plus von 97 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar fast verdoppelt. Getragen wurde es von Serverprozessoren und den neuen KI-Beschleunigern der Reihe MI450. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 74 Prozent auf 2,09 Dollar zu.

Noch wichtiger ist der Ausblick. Für das vierte Quartal stellt AMD rund 17 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, das wären etwa 66 Prozent mehr als im Vorjahr. Nachbörslich zog die Aktie kräftig an. Allerdings fällt die Reaktion in eine Phase, in der die Wahlergebnisse auf Technologiewerten lasten. Schwach blieb die Gaming-Sparte, deren Umsatz um 40 Prozent schrumpfte.

Novo Nordisk, Fresenius und Vonovia

Novo Nordisk (ISIN: DK0062498333) hebt erneut die Prognose. Für 2026 rechnet der Wegovy-Hersteller beim bereinigten Umsatz und operativen Gewinn nun mit einer Spanne von minus 2 bis plus 2 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Bisher galt ein Rückgang von bis zu 6 Prozent. Im dritten Quartal kletterte der bereinigte operative Gewinn um 27 Prozent, allerdings gegen eine durch Umbaukosten gedrückte Vorjahresbasis. Die Abnehmpille Wegovy brachte bereits 5,4 Milliarden Kronen. Das wirkt ermutigend, auch wenn ein echter Wachstumskurs noch nicht erreicht ist.

Fresenius (ISIN: DE0005785604) steigerte das operative Ergebnis um 11 Prozent auf 638 Millionen Euro und erwartet beim Gewinn je Aktie nun ein Plus in der oberen Hälfte der Spanne von 10 bis 15 Prozent. Vonovia (ISIN: DE000A1ML7J1) meldet dagegen ein zähes Umfeld. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern sank nach neun Monaten um 3,5 Prozent, beim operativen Ergebnis peilt der Konzern für 2026 nur noch die untere Hälfte der Zielspanne an. Höhere Finanzierungskosten bremsen. Zudem gab Finanzchef Philip Grosse bekannt, seinen Vertrag über 2027 hinaus nicht zu verlängern. Im weiteren Verlauf des 4. November stehen um 11 Uhr die Inflationsdaten der Eurozone an, am Nachmittag der ADP-Arbeitsmarktbericht. Nach US-Börsenschluss folgen Qualcomm und ARM, zwei weitere Prüfsteine für die Chipbranche.