Euro bremst den DAX aus

Am vergangenen Freitag lag Sell-off-Stimmung in der Luft. Nachdem sich der DAX in den vergangenen drei Wochen noch gut über seiner 100-Tage-Linie halten konnte und damit zumindest kurzfristig die Korrektur-Ängste etwas dämpfte, gab es am Freitag das böse Erwachen.

Denn der Euro stieg auf fast 1,17 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit August 2015. Was natürlich prompt auf die Exportwerte drückte, die im DAX ein nicht zu unterschätzendes Gewicht haben. Wobei der Blick auf die Charttechnik der europäischen Gemeinschaftswährung zeigt, dass hier eine nachhaltige Trendwende in der Luft liegen könnte. Was durch mehrere Faktoren bestimmt wird.

Natürlich lässt sich die aktuelle Stärke des Euro in vielerlei Hinsicht hauptsächlich durch die Schwäche des Dollar erklären. Die Argumentationen dazu sind hinlänglich bekannt und lassen sich in den beiden Gründen fehlende Zinsperspektive und augenscheinlich fehlschlagende Konjunkturprogramme der Trump-Regierung zusammenfassen. Andererseits tut auch die EZB das ihrige dafür, dass der Euro aufwertet.

EZB als Euro-Treiber

Symptomatisch dafür die Ergebnisse der letzten EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag. Während man im offiziellen Statements erneut die Option bestätigte, das derzeitige Anleihenkaufprogramm sowohl im Volumen als auch in der Dauer weiter zu erhöhen bzw. zu verlängern, wurde dies in der anschließenden Pressekonferenz durch EZB-Chef Mario Draghi geradezu wieder einkassiert.

Damit waren die Tore für die Euro-Bullen wieder sperrangelweit offen, was auch genutzt wurde. Die spannendste Frage wird jetzt sein, ob es der Euro schafft, aus seinem seit mittlerweile nun fast zweieinhalb Jahre andauernden Seitwärtstrend nach oben auszubrechen.

Das dürfte wohl erneut vor allem von den weiteren Entwicklungen in Amerika abhängen. Aber natürlich können sich solche Trends auch aus sich selbst heraus verstärken. Dann wäre aus der langfristigen Betrachtung heraus die nächste Entscheidungssituationen im Bereich von 1,20 Dollar je Euro.